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Zeit des Abschieds

Wir haben versucht die Stunden bis zum Abschied so „normal“ wie möglich zu gestalten. Unsere Katze hat sich für jeden von uns Zeit genommen. Unsere Tochter am Vorabend nochmal in ihrem Zimmer besucht und mit ihr im Bett geschmust. In der letzten Zeit hat sie die oberen Räume gar nicht mehr besucht. 

 

Den Abend auf dem Sofa, hat sie auf meinem Schoß das Streicheln im Energiefeld genossen.

 

Als unser Sohn am nächsten Tag am frühen Nachmittag nach Hause kam, nahm er sie auf den Arm und sie schmiegte sich sofort an. Er setzt sich mit ihr auf das Sofa und die beiden hatten einen wunderbaren Austausch. Immer wieder schmiegte sich ihr kleiner Kopf in seine großen männlichen Hände. Sie kuschelte sich so eng an ihn, als wolle sie in ihn hineinkriechen. 

Er ließ seinen Tränen freien Lauf. Unsere Tochter setzte sich dazu und die drei bildeten eine Einheit der Liebe. 

 

 

Bei unserem Sohn öffnen sich seid kurzer Zeit die Verbindungen zu der geistigen Welt, zu Heilenergien und die Möglichkeit der nonverbalen Kommunikation. Er folgte ihrem Wünsch nach frischer Luft. Ging mit ihr zur Terrassentür und ließ sie den frischen Wind spüren. Die Tränen, die Nase, alles lief, doch es war egal. Denn es zählte nur der Augenblick.

 

 

 

Immer wieder fiel unser Blick auf die Uhr. Die Zeit, in der der Tierarzt kommen würde, rückte immer näher. 

Trotzdem waren wir innerlich ganz ruhig. Die Traurigkeit riesengroß. 

Doch den ganzen Tag spürten wir ihre Freude, es kam uns so unrealistische vor. Ich vernahm die ganze Zeit den großen Wunsch, dass sie endlich auf die große Blumenwiese raus möchte, wieder rennen und toben, sie frei und lebendig fühlen. 

Im Laufe des Vormittags hörte ich mich zu ihr sagen: „bald ist es so weit“. Ihre Freude steckte mich sogar ein wenig an. 

 

 

Als der Tierarzt klingelte, saß sie gerade an ihrer Wasserschale im Wohnzimmer vor dem großen Terrassenfenster. Der Tierarzt sprach mit uns mit ruhiger Stimme. Er stand direkt neben ihr und sie blieb ganz ruhig sitzen. 

Unser Sohn nahm sie wieder auf den Arm. Wir stellten uns alle zu ihm als der Arzt ihr die Spritze zur Betäubung gab. Wir weinten, unsere Traurigkeit füllte den Raum und dennoch lag so eine liebevolle Ruhe auf uns allen. Unsere Tochter hatte einen Augenblick, in dem sie keine Nähe zulassen konnte. 

Als unsere Katze die Spritze bekam, mit der sie die Dimension wechseln konnte, hielt jeder glaube ich einen Moment den Atem an. Mein Mann stellte sich hinter unseren Sohn und ich rückte ganz nah an unsere Tochter um ihre Hand zu halten.

 

 

Es wurde nicht gesprochen, nur gespürt, beobachtet und eine Einheit gebildet.

 

Als der Tierarzt uns verlassen hatte, setzten wir uns auf den Boden zu unserem Sohn, der mit unserer Katze auf dem Schoß auf einem Stuhl saß.

Wir bildeten den Kreis der 4, so wie sie es sich gewünscht hatte. Jeder berührt unwissend, dass wir so den Kreis bilden, die Hand oder das Bein des Anderen.  Dieser Kreis fühlte sich trotz der Trauer magisch an. 

Wir saßen, unser Sohn auf dem Stuhl, rechts neben ihm seine Schwester, neben ihr mein Mann dann ich. 

Als die Energie durch den Kreis strömte, bäumte unser Sohn sich auf, sein Brustkorb weitete sich und seine Augen wurden leicht nach oben gerollt. 

Ich legte meine Hand auf sein Herz-Chakra und mein Mann berührte seine Schulter, doch er gab uns eine Zeichen unsere Hände wieder zurück zu nehmen. Wir beobachtet nur. 

 

 

Einen Augenblick später sagte er: „ Sie ist weg. Sie sagt Danke“.

Seid einiger Zeit wird unser Sohn von Erzengel Azrael begleitet. Dieser hat einen Kanal gebildet und es der Seele unser Katze ermöglicht, so schnell wie möglich auf die von ihr bereits so sehnsüchtig erwartete Wiese zu gelange. Unser Sohn sagte. Sie wurde wurde von Azrael begleitet. Sie sind gemeinsam fortgegangen.

 

Wir blieben noch eine ganze Weil im Kreis sitzen. 

 

Wir besprachen, welchen Korb wir für die Beerdigung wählen, was darin sein soll. 

Als wir den Korb ausgewählt hatte, bekamen wir die Info, „Aber ohne Einmal-Wickelunterlage“.  Unserer Katze lief seid langer Zeit im Schlaf der Urin weg. Deshalb waren im ganzen Haus auf sämtlichen Schlafplätzen Einmal-Wickelunterlagen, die ihr total peinlich waren.

Wir holten ihr Lammfell, auf dem sie im Praxisraum schlief, wenn ich im Büro arbeitet. Nahmen den Rindenmulch von ihrem Lieblingsplatz im Garten unterm Kirschbau, legten alles in das Körbchen. Unser Sohn legte sie behutsam hinein.

Wir streichelten unsern kleinen Engel, sagten immer wieder Danke. Unserer Tochter mochte sie nicht berühren. 

Wir umarmten uns alle, hielten uns eine Weile fest. Tranken unseren längst kalt gewordenen Kaffee aus und machten uns bereit, sie an einen wunderbaren Platz in der Natur zu bringen. 

In den letzten Tagen hat sie auf Moqui Marble gelegen. Diese haben wir mit in den Korb gelegt.

 

 

Wir fuhren mit zwei Autos, da unser Sohn von dort wieder an seinen Wohnort zurückfahren wollte. Er fragte seine Schwester, ob sie bei ihm mitfahren wolle, sie bejahte. Dann fragte er, ob es ok ist, wenn sie den Korb mit unserer Katze auf den Schoß nimmt. Sie stutzte kurz, war dann einverstanden. Im Auto hat sie dann doch die Katze liebevoll gestreichelt, so wurde auch hier wieder alles gelenkt.

 

 

Mein Mann und unser Sohn haben in einem kleinen privaten Wäldchen Erde ausgehoben. Unbewusst hatten sie eine Bereich gewählt, in dem unser Sohn vor 14 Jahren begonnen hatte ein Baumhaus zu bauen. Die eins gebaute Leiter, heute mit Efeu bewachsen, lehnte noch an einer großen Birke.

Der Ort war magisch. Mit so viel Leichtigkeit, die uns bei unserer Trauer gut tat. 

 

 

Unserer Tochter streichelte immer wieder die Katze. Als die Zeit gekommen war, sie der Natur zu überlassen, bestreuten wir sie mit der Pinienrinde und unsere Tochter stellte den Korb in das ausgehoben Loch. Jeder von uns bedeckte sie mit einen Spaten voller Erde. Die Männer füllen das Loch mit Erde auf. Wir legten die Wurzelreste, das umliegende Efeu auf die Stelle, dabei bildete sich wieder diese unglaubliche Energie der Einheit. 

 

 

Zu Hause spürte ich bereits beim Eintreten eine Veränderung der Energie. Eine Leere, ein sich neu sortieren. 

Sie fehlt uns. Jeder von uns geht mit seiner Trauer anders um und trotzdem sind wir für einander da. Geben uns Raum, fangen uns auf. 

 

 

Während ich hier schreibe, fühle ich mich immer mal wieder von ihr angestubst und der Korb im Wohnzimmer knackt, als würde sie sich darin bewegen. Manchmal habe ich das Gefühl, sie kommt gerade in den Raum gelaufen. Ich spüre die Berührung an meiner Stirn, wenn sie ihre Stirn an meine gedrückt hat. 

Ich liebe diese Augenblicke, denn sie zeigen mir immer wieder, wie sehr wir doch mit unseren Lieben verbunden sind, egal wo sie leben und egal in welcher Dimension sie sich befinden.

 

Ich bin dankbar für dieses Bewusstsein. 

 

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Indira Brünjes

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