Meine Reise zu mir

Ich bin schon oft geflogen, doch dieses Mal ist es viel bewusster. Ich bin dankbar, dass ich eine ganze Sitzreihe für mich allein habe. Das Flugzeug ist durch Corona nur halb besetzt und die Ferien in Deutschland sind auch gerade zu Ende gegangen. 

Das kommt mir unglaublich zu gute, denn ich werde immer feinspüriger und nehme immer mehr die Emotionen von anderen Menschen wahr. 

  Als das Flugzeug sich in Bewegung setzt und wir langsam empor steigen, sehe ich die Weser, die Häuser und gemähten Wiesen. Geerntete Felde4r und in der Ferne eine leichte Wolkendecke.

Ab einer gewissen Höhe, erinner ich mich an meinen Tandem Sprung im letzten Jahr. Ob wir wohl die 4000 Meter gerade erreicht haben?

Ich spüre, intensive meinen  Körper,  schon auf dem Weg ins Flugzeug habe ich Muskelkater im Bauch und in den Seiten gespürt, dabei habe ich in den letzten Tagen wirklich keinerlei sportlicher Aktivitäten ausgeübt. 

      Während des Fluges fühle ich immer wieder wie mein Körper sich entspannt und wieder verspannt. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf. Wie haben sich wohl die ersten Pioniere gefühlt, als sie begannen daran zu glauben, dass es möglich sein wird als Mensch in einer Maschine zu fliegen?

Wie war es, als Frauen den Mut hatten allein mit dem Flugzeug zu verreisen und nicht weil sie gezwungen wurden in einer Maschine zu fliegen?

Mir ist bewusst, dass viele glauben, sie hätten nicht die Möglichkeiten, die Voraussetzung oder die Unterstützung um sich 3 Wochen auf die Reise zu sich selbst zu begeben. Doch in Wirklichkeit hält uns nur eines davon ab und das sind wir selbst, mit unseren Gedanken.

Gedanken die sagen: "Wie stellst Du Dir das denn vor?"

"Hast Du mal an Deine Familie gedacht?"

"Was sagen wohl die anderen dazu und außerdem, so ganz allein?"

"Und wo willst Du den hin und wie willst Du das überhaupt finanzieren?"

 

"Ach, blöde Idee!"

 

jetzt frage ich Dich, wenn Du diese Sätze liest, sind das wirklich Fragen, die Eine Sehnsucht Dir stellt oder sind das eher Fragen, die Deine Mutter, Deine Freundin oder Dein Mann stellen würden?

Sind das nicht die Fragen Deiner Umwelt, die Du gerade zu Deinen eigenen gemacht hast?

 

Wenn Du ganz Still wirst, in Dich rein spürst, dann hörst Du den Unterschied. Dann hörst Du Zuspruch.

"Das ist ja toll, da findet sich bestimmt eine Lösung."

"Das wir Euch Allen gut tun, so bekommen auch die anderen etwas Freiraum um sich zu fühlen."

"Hast Du schon eine Idee, wo es hingehen soll? Wo Hast Du Dich so richtig wohl gefühlt oder welches Abenteuer würdest Du gern erleben?"

"Ich bin schon ganz gespannt zu erfahren, wie es Dir gehen wird und was Du erleben wirst."

Das sind Worte der Liebe und Wertschätzung an Dich, egal ob sie aus Dir heraus kommen oder von Menschen, die sich wünschen, dass es Dir gut geht. 

    Ich befand mich in einem Cocktail aus diesen Fragen, zu Beginn meiner Entscheidung war ich noch voller Zuversicht und Freude, doch dann, so ganz schleichend kamen Zweifel und mir war ganz genau bewusst, wo es Zuspruch und wo es eine krause Stirn und Unverständnis geben würde.

Meine Entscheidung nach Málaga  zu fliegen und 3 Wochen mit mir allein zu sein, habe ich mir gut überlegt und nicht, wie es sonst meine Art ist spontan aus dem Bauch heraus getroffen. Wir haben als Familie dar+ber gesprochen und unsere Gefühle und Gedanken dazu ausgetauscht.

Ich bin schon öfter allein weg gewesen und es tut uns allen immer gut, auch mal ein bisschen Abstand zu haben, und weniger Kompromisse einzugehen. Jede von uns weiß, das wir unsere Lieben lieben und dass wir ständig darauf bedacht sind auf die Bedürfnisse unserer Kinder und des geliebten Ehemannes Rücksicht zu nehmen.

Mit mir allein zu sein, bedeutet nur auf meine Bedürfnisse zu achten. Ist das egoistisch? NEIN! Denn nur, wenn ich mich gut kenne und auf meine Bedürfnisse achte, dann kann ich diese auch benennen. Das bereichert alle. Denn dann beginnen wir aus so vielen Missverständnissen auszusteigen und damit ist doch jedem geholfen. 

 

Kannst Du Dir vorstellen, wie glücklich Dein Mann wäre, nicht täglich in ein Fettnäpfchen zu treten, ständig unsicher zu sein, ob er es Dir gerade recht machen kann?

Wir hatte gerade Silberhochzeit, diese Aussage fühlt sich irgendwie nicht richtig an, denn wir haben uns immer wieder neu kennengelernt und der Mann, der heute nach 27 Jahren noch an meiner Seite ist, ist im Herzen bestimmt der Mann, den ich damals kennengelernt und geheiratet habe, doch genau wie ich, hat er sich unglaublich verändert.

An unserem 25. Hochzeitstag hat er mir gesagt, das er mich sofort nochmal heiraten würde, dass hat mich sehr berührt. Wir hatten ein langes Gespräch über die vergangenen Jahre und irgendwann habe ich ihn gefragt, ob er auch mal an Scheidung gedacht hat.

Seine Antwort: "Scheiden lassen wollte ich mich nie, aber ich hätte Dich so einige male gern zum Bocksberg gejagt."

Wir haben herzlich gelacht, denn das kann ich mir gut vorstellen. Es ist nicht immer leicht mit mir, aber je besser ich mich kennen lerne, klarer kommuniziere und sage. was ich mir wünsche, desto einfacher wird es zwischen uns.

In Málaga angekommen.

Ich wurde von einem sehr netten Taxifahrer abgeholt und zur Wohnung gefahren, dort wartete bereit mein Vermieter auf mich um mir mit dem Gepäck behilflich zu sein. Die Wohnung liegt im 2 Stock ohne Fahrstuhl.

Hab ich schon erwähnt, dass ich eine rund um Service von männlichen Begleitern hatte? Die gesamte Crew im Flugzeug bestand aus Männern.

Hallo Weiblichkeit, Du darfst Dich entfalten.

HUGS & LOVE

Deine Indira