Endlich finde ich mich

Wenn alles anders kommt als gedacht.

 

Vor etwas mehr als einer Woche bin ich nach Málaga aufgebrochen um mich zu definieren, was sind meine Vibes und was macht mich eigentlich aus. 

Wer sind meine Soulmates und wie möchte ich künftig arbeiten?

 

Tja, und wie so oft im Leben, läuft es anders als gedacht. Ich hab all meine Erwartungen an meinen letzten Aufenthalt geknüpft. Wie wundervoll ich mich gefühlt habe, wieviel Ruhe ich gespürt habe und mich ganz und gar zu Hause gefühlte und jetzt?

Nichts, aber auch gar nichts entspricht dieser Erfahrung, es ist komplett anders als erwartet. Ich fühle mich leer, einsam, mag meine Wohnung nicht wirklich und frag mich was ich hier eigentlich will, und das ganze auch noch 23 Tage. Was hat mich eigentlich geritten? Ich schlafe schlecht, habe Schulter und Nackenverspannungen, dabei habe ich mich so darauf gefreut, ohne nächtliche Unterbrechung endlich mal wieder durchzuschlafen, Kraft zu tanken und meiner Inspiration freien lauf zu lassen. Nichts, aber auch gar nichts geht. Mein Zahnfleisch hat sich entzündet und ich fühle mich so leer wie schon lange nicht mehr.

Wollte ich hier nicht gut für mich sorgen? Das essen, was mir und meinem Körper gut tut, nur auf meine Bedürfnisse achten, doch, was sind gerade jetzt eigentlich meine Bedürfnisse?

 

Ich laufe durch die Gegend und bin sogar ein bisschen dankbar, dass wir ständig Maske tragen müssen, dahinter kann ich mich verstecken, muss mich nicht zeigen, werde nicht gesehen. Meine ganze Körperhaltung strahlt aus, bitte sprich mich nicht an.

Wie soll das bloß werden? Ich kann gar nicht sagen, was meine Vibes sind, irgendwie scheint alles nicht mehr zu mir zu passen. Ich fühle mich wie eine Raupe im Kokon, die noch nicht weiß, wie lange dieser Prozess dauern wird, bis sie ohne es zu wissen zu einem wunderschönen Schmetterling wird.

      Ganz ehrlich, ich hasste diesen Zustand. Er passt so gar nicht zu mir, eigentlich finde ich schnell zurück in meine Mitte, finde Klarheit und Lösungen. Doch warum jetzt nicht?

Was wir aus meiner Arbeit, deshalb bin ich doch hier, mich finden und schauen, wie es mit der Praxis weiter geht. Allein der Begriff Praxis fühlt sich schon nicht mehr richtig an. Was, dann? Wie benenne ich das was ich tue? Da geht es schon los...

 

Ich spüre, dass ich in einem Prozess der Veränderung bin, nicht dass wir das nicht ständig wären, aber das hier ist nicht schleichend, es ist total bewusst und schmerzhaft und fremd. Obwohl so fremd auch wieder nicht. Ich kenne durchaus diese Augenblicke, doch es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich keinen Plan hatte. 

Die Aussicht aus meinem Fenster ist alles andere als Inspiration. Eine unbewohnte Wohnung auf dessen Balkon sich Speermüll angesammelt hat, den die Tauben jetzt als neues Domizil gewählt haben. 

Das Universum ist ja immer für uns, als wird mir auf Facebook ein Artikel zugespielt, bei dem es um eine 90 jährige blinde Frau geht, die sich jeden Morgen zurecht macht und bei ihrem Umzug ins Altenheim, erklärt, dass sie sich das Zimmer in den schönsten Farben ausmalt und es nur darauf ankommt, was sie daraus macht und nicht wie es wirklich aussieht. Lektion gelernt!

Ich bin irgendwie ein bisschen Handy abhängig, mein Kontakt zu der Außenwelt. Ablenkung pur. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie oft ich schaue, ob ich eine E-Mail bekommen habe, hallo, worauf wartest Du eigentlich?

Was ist los auf Instagram und Facebook, obwohl ich selbst seid Wochen keinen einzigen Beitrag geschrieben habe. 

      Ah, eine WhatsApp, toller WhatsApp Status, da kann ich gleich mal regieren.

Ja, genau reagieren, bloß nicht mit sich selbst auseinander setzten. Bloß nicht die Zweifel und die Unzufriedenheit spüren uns wütend, worauf den bloß? Dass ich selbst die Erwartungen an mich so hoch gestellt habe?

Na ja, ganz untätig war ich ja auch nicht, hatte ja den Human Design Kurs gebucht und den jetzt auch durchgezogen und was soll ich Dir sagen, ich glaube es ist nichts hängen geblieben. Wird wahrscheinlich auch nicht stimmen, aber es fühlt sich so an. 

 

Irgendwie ist alles eine Welle, die zwar als Generator zu mir passt, die sich aber sonst über einen längeren Zeitraum im Hoch befindet und auf einem Plateau Ruhe such (also doch was gelernt), die sich gerade innerhalb von Minuten ändert und ich mit einer Idee zur Haustür gehe und dann eigentlich doch nicht mehr davon überzeugt bin, dass ich das überhaupt will. 

Höre ich endlich auf mein Bauchgefühl oder nutze ich es jetzt als Ausrede um etwas nicht durchzuziehen?

Nein, alles ist in Ordnung mit mir. Der rückläufige Mars, der kommende rückläufige Merkur, von Neumond in den Vollmond und dann noch Portaltage, was will man mehr auf seiner Reise zu sich selbst?

 

Heute, etwa eine Woche nach meiner Ankunft, kann ich mich in ein Lokal setzten, direkt an der Hauptstraße und bin voller Motivation diese Zeilen zu schreiben. Es fließt einfach aus mir heraus.

Und weiß Du was? Ich hatte so einen tollen Austausch mit einer lieben Kollegin und würde sie fast schon ein bisschen Freundin nenne, weil wir über Dinge, Ereignisse und Wahrnehmungen sprechen können, für die andere uns vermutlich für verrückt (ver - rückt) halten würden. Ich habe ihr erzählt, dass ich mich so sehr von meinem geistigen Team getrennt fühle, es nicht spüre kann und trotzdem irgendwie immer tolle Antworten in Form von inneren Dialogen erhalte. Genau in dem Augenblick sehe ich vor meinem Inneren Auge, wie sich mein Team vor lachen den Bauch hält.

    Ja, sie lachen über mich! Lustig? Nein, nicht lustig! Aber irgendwie doch, denn wie immer habe ich eine Erwartungshaltung und was soll ich sagen, sie haben die Frequenz erhöht und es geht nicht mehr nur um das Spüren, es ist viel mehr die Kommunikation, die ich ja auch so sehr liebe. Und dann nicht so in Demut und Weise und wie göttlich geführt, nein, wie ein Gespräch zwischen Dir und mir. Und genau deshalb dürfen sie auch so herzhaft über mich lachen.

       Heute bin ich unendlich dankbar, das ich mich so inspiriert fühle, es genießen kann hier mit einem Cappuccino und Smoothie, Straßenmusik und ganz ohne Maske, mit Fleck auf dem Kleid (natürlich auf dem weißen Oberteil, direkt auf dem Busen), mich so gut zu fühlen. Genau so hatte ich es mir gewünscht. Jetzt bleibt nur abzuwarten, wie lange dieser Zustand anhält.

 

Love, Indira 💋